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Bestimmungshilfe für die Gattung Mentha

Bevor Sie sich in die Welt der Minzen stürzen machen Sie sich mit einigen grundlegenden Begriffen und Merkmalen vertraut.

Von den weltweit rund 20 Arten, sie sind vorwiegend auf der Nordhalbkugel der Alten Welt beheimatet, wurden ca. 2500 Namen publiziert.
Die vermehrt durch Menschen hervorgebrachten Minze - Bastarde werden und wurden über die ganze Welt verbreitet und kreuzen sich in Natur und Kultur weiter.
Europäische Minzen egal ob wild wachsend oder aus Kultur entziehen sich oft hartnäckig einer botanischen Artbestimmung.
Dies hat mit Ihrer Biologie und Evolution zu tun. (Dr. phil. Richard Bolli phytotherapie Nr. 5, 2003)
Die im älteren Schrifttum gebrauchten botanischen Namensnennungen für verschiedene Formen und Arten sind nicht immer eindeutig, so dass auch die deutschen Namensnennungen oft nicht bestimmt eingeordnet werden können.
 

Ausgehend von den bei uns heimischen Minzen

Mentha aquatica L. -  Wasserminze
Mentha arvensis L. - Ackerminze
Mentha longifolia (L.) Huds. - Langblättrige Minze - Rossminze
Mentha suaveolens Ehrh. -  Wohlriechende Minze - Rundblättrige Minze

haben sich in dem sehr weiten Verbreitungsgebiet durch die Überlappung der natürlichen Areale zahlreiche Hybriden entwickelt.
Diese stehen meist nicht genau zwischen den Eltern und sind oft schwer zuzuordnen.
Mentha (x) spicata L. - Ährenminze - Grüne Minze
(gilt als Kreuzung zwischen Mentha longifolia und Mentha suaveolens)
 


Zur leichteren Unterscheidung der Gattung Mentha wird diese in Artengruppen eingeteilt.

Artengruppe spicata (ährenförmig)
Die Scheinquirle genähert, mehr oder weniger zusammenfließend, eine lockere Ähre bildend, die Tragblätter hochblattartig.

In dieser Artengruppe , wie auch in den anderen, ist die Artbildung noch nicht abgeschlossen.
Bei manchen Vertretern dieser Gruppe hat die Evolution einen Halt eingelegt; wie z.B. bei Mentha x piperita, die Mentha spicata genäherten Formen sind steril.

Die Vertreter der Artengruppe spicata

Mentha longifolia
Mentha suaveolens
M. aquatica x M. suaveolens
(Mentha suaveolens genäherte Formen)
Mentha (x) microphylla
(M. longifolia x M. suaveolens)
Mentha x rotundifolia
(M. longifolia x M. suaveolens)
Mentha x piperita
(M. spicata genäherte Formen)
Mentha (x) spicata
(M. longifolia x M. suaveolens)
Mentha x villosa
(M. spicata x M. suaveolens)

Die Minzen aus der Verbindung M. suaveolens mit anderen Arten besitzen oft verzweigte Haare, mindestens aber  gekrauste.
"Krause Minzen" gehen immer, wenn auch oft nicht nachvollziehbar, auf eine Verbindung mit M. suaveolens zurück.
Die Blütenstände von Minzen aus der Verbindung Artengruppe verticillata mit Artengruppe spicata variieren oft auf der selben Pflanze. 

Artengruppe verticillata (quirlförmig)
Die Scheinquirle von einander entfernt in den Achseln von Laubblättern.

Die Vertreter der Artengruppe verticillata

Mentha arvensis
Mentha x verticillata
(M. arvensis x M. aquatica)
Mentha (x) canadensis
(M. arvensis x M. spicata)
Mentha x gracilis Sole
(M. arvensis x M. spicata)
Mentha x dalmatica Tausch
(M. arvensis x M. longifolia)
Mentha x carithiaca Host
(M. arvensis x M. suaveolens)

Minzen  der Artengruppe verticillata mit Vertreten von Mentha spicata besitzen meist (immer) einen innen kahlen Schlund.
"Krause Minzen" gehen immer, wenn auch oft nicht nachvollziehbar, auf eine Verbindung mit M. suaveolens zurück.

Artengruppe capitata (köpfchenförmig)
Diese Artengruppe beinhaltet alle Minzen (Hybriden) bei denen Mentha aquatica im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte eine dominierende Rolle gespielt hat, unter Bedingungen, die das Merkmal -  kopfige Folge von Scheinquirlen -  bevorzugten.
Stängel und Äste durch gedrängt kopfige Scheinquirle abgeschlossen.

Die Vertreter der Artengruppe capitata

Mentha aquatica L.
Mentha x piperita L.
(M. aquatica x M. spicata)
Mentha x maximilianea  F. W. Schultz
(M. aquatica x M. suaveolens)
Mentha x dumetorum Schult.
(M. aquatica x M. longifolia)
Mentha x paludosa Sole
(M. aquatica x M. arvensis)


Minzen  der Artengruppe capitata mit Vertreten von Mentha spicata besitzen meist (immer) einen innen kahlen Schlund.
"Krause Minzen" gehen immer, wenn auch oft nicht nachvollziehbar, auf eine Verbindung mit M. suaveolens zurück.
 


Die Vertreter der Artengruppe spicata

Mentha suaveolens Ehrh. wohlriechende Minze, Apfelminze
Mentha suaveolens war lange Zeit unter der Bezeichnung Mentha rotundifolia (L.) bekannt. 
Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass dieser Name fälschlich verwendet wurde. (HARLEY 1972). Mentha rotundifolia, richtig bezeichnet
Mentha x rotundifolia, ist ein Hybrid aus Mentha longifolia x Mentha suaveolens.
Zahlreiche neuere Literaturangaben beziehen sich auf Mentha x villosa var. alopecuroides mit rundlichen Blättern.


Pflanze fertil
Obere Blätter am Stängel sitzend oder unmerklich, meist sehr kurz (1 - 2 mm), gestielt.
Blätter rundlich bis breit - eiförmig, bis 5 cm lang, gesägt, netznervig, Unterseite dicht behaart, hoher Anteil an verzweigten Haaren, an der Oberseite kurze einfache Haare. Blätter vorne abgerundet, stumpf (ohne Spitze).
Serratur fast wie gekerbt gesägt, weil die Zähne gegen die Unterseite abwärts gebogen sind.
Die Scheinquirle in den Achseln sehr kleiner Hochblätter, genähert oder von einander entfernt, die untersten in den Achsen von verkleinerten Laubblättern.
Oberirdische Ausläufer mit zahlreichen fast runden Blättern, wenn unterirdische, dann nur bis 4 cm unter der Oberfläche.

2002 - 115


2002 - 116  Iden Croft Herbs                                                                                                                                                                         2002 - 294



2002 - 115 Habsheim                                                                                                                                                                                    2002 - 17


  

2003 - 111

 

Mentha suaveolens Ehrh. f. foliis variegata         Ananas - Minze, variegated pineapplemint, menthe à feuilles rondes 'Variegata',
die sehr beliebte im Handel als Ananasminze erhältliche Form von Mentha suaveolens.

Blätter breit - eiförmig oder oblong, weiß - gelblich gefleckt.

Mentha aquatica x suaveolens - die Mentha suaveolens genäherte Form

Mentha suaveolens Ehrh. "hydrophyllum"
Der Habitus erlaubt die Annahme dass diese Formen unter Bedingungen, die Mentha suaveolens  - Merkmale bevorzugten, hervorging.

Blätter breit - eiförmig oder oblong, alle Blätter deutlich gestielt,  gesägt, oft scheinbar gekerbt, weil die Zähne gegen die Unterseite abwärts gebogen sind.
Unterseite der Blätter dicht behaart, hoher Anteil an verzweigten Haaren, an der Oberseite kurze einfache Haare.



Mentha suaveolens x longifolia

Mentha x rotundifolia (L.) Hudson  Bastard - Rossminze
Mentha x rotundifolia ist sehr variabel und zeigt ein weites Spektrum bezüglich der Merkmalsausprägung der Eltern. Sie ist ein häufiger und fruchtbarer Bastard, der dichte Bestände bildet, wo die Eltern zusammen vorkommen, kommt aber auch ohne deren Beisein vor.

Typisch für Mentha x rotundifolia: Blattzähne oft rechtwinkelig abstehend. Die Blütenstände weisen enorme Längen auf.

Sie wird oft mit Mentha x villosa verwechselt. Floren in denen Mentha x villosa nicht genannt wird sind kritisch zu betrachten.
Da der Name Mentha rotundifolia fast überall in älteren Florenwerken für Mentha suaveolens gebraucht wurde, sind Literaturangaben für diesen Hybriden zu hinterfragen.

Pflanze fertil. Serratur spitz, oft rechtwinkelig abstehend, Blätter nicht fast gekerbt gesägt. Blätter länglich - lanzettlich, an der Basis breit abgerundet, netznervig.
Geringer Anteil von verzweigten Haare an den Blattunterseiten. 
Die ersten Scheinquirle in den Blattachseln von verkleinerten Laubblättern (suaveolens).

2006 - 45


2006 - 23 Minze aus der Dose


2002 - 10


2006 - 4
wenige geteilte Haare auf der Blattunterseite


2006 - 22

2006 - 35

Mentha suaveolens x spicata

Mentha x villosa Huds.
Das Aussehen dieses hochsterilen Hybriden schwankt sehr stark zwischen den Erscheinungsformen der Elternteile. Deshalb findet man in diesem Formenkreis kahle Pflanzen genauso wie stark behaarte und alle Übergänge an Blattformen, die von schmal bis zu extrem breit reichen. Das Erscheinungsbild von Mentha x villosa könnte mit seiner Vielgestaltigkeit manchen Zweifel auslösen und hat auch zur Unterscheidung einer Unzahl von Formen geführt.
In älteren Florenwerken meist unter Mentha longifolia geführt.

Mentha x villosa Huds. var. villosa  Hain Minze, Zottige Minze

Pflanze steril. Serratur spitz, nach vorne gerichtet, Blätter nicht fast gekerbt gesägt. Blätter länglich - lanzettlich, netznervig.

2002 - 250

Mentha villosa Huds. var. alopecuroides (Hull) Briq.   "Hollandia" Riesen Apfelminze, Jokka Minze, Bowles Apfelminze
Die Pflanzen sehen wie große, vergröberte,  Mentha suaveolens aus und haben einen süßlichen Geruch wie Mentha spicata. 
Bildet unterirdische Ausläufer (im Gegensatz zu Mentha suaveolens).
In älteren Florenwerken unter Mentha x rotundifolia geführt und mit dieser Sippe meist verwechselt.

Blätter breit - eiförmig bis rundlich, bis 7 cm lang, mit abgerundeter oder schwacher Spitze, beiderseits behaart, netznervig.

2002 - 136

Mentha spicata x suaveolens - die kahle Form der Verbindung

Mentha x cordifolia Lej. & Courtis    Mochito Minze, kubanische Minze, Hemingway Minze, spanische Minze

Blätter am Rande nicht tief eingeschnitten und gekräuselt, sitzend, mit unebener Oberfläche infolge des eingesenkten Nervennetzes.

2005 - 15

Mentha longifolia (L.) Huds. Rossminze, Silberminze
Die Zusammensetzung mit Ross - deutet auf das wilde Vorkommen und die geringere Schätzung im Gegensatz zu den Garten - Minzen hin. 
Die Erklärung: "Pferdeärzte benutzten diese Minze - Art für die Pferde" ist sicherlich nur der Namensnennung zuliebe gemacht.

Unterseite der Blätter ± dicht behaart, einfache Haare. Blätter länglich - lanzettlich, selten eiförmig - lanzettlich, am breitesten nahe der Mitte, fiedernervig, beiderseits ± dicht grau behaart. Die Behaarung der Blattunterseite reicht von flaumig-filzig behaart bis dicht weißfilzig.
Die Blätter sitzend oder ganz kurz gestielt. Die Länge der Blätter variiert von 3 – 12 cm. Stängel weiß oder graufilzig, manchmal wenig behaart.

2002 - 220




Oberseite                                                                                                                                                                                                     Unterseite


Mentha longifolia (L.) Huds. Kahle Rossminze

Stängel aufrecht, im unteren Teil wenig behaart, im oberen Teil dünn feinflaumig, einfach oder verzweigt, manchmal etwas schlaff.
Blätter länglich - lanzettlich, scharf spitz, mit schmal abgerundeter Basis sitzend oder kurz gestielt, oberseits grün, wenig behaart oder fast kahl, unterseits dicht gleichmäßig angedrückt feinflaumig, am Rande spitz und scharf gesägt, an der Basis ganzrandig.

2002 - 50

Mentha longifolia (L.) Huds. var. undulata Willd.
Wahrscheinlich schon seit langer Zeit kultiviert, dürfte es sich um eine Verbindung Mentha longifolia x Mentha suaveolens handeln. Kein Nachweis von geteilten Haaren.

Stängel aufrecht, ästig, im oberen Teil graufilzig. Blätter lanzettlich, beiderseits dicht grau behaart, an der Unterseite dicht grau oder weißfilzig, die unteren sitzend oder sehr kurz gestielt, die oberen am Grunde verbreitert und öfter mit herzförmiger Basis, sitzend, am Rande ungleich gewellt geschlitzt gesägt.
Kelche gefurcht, mit spitzen, lanzettlichen bis dreieckig - pfriemlichen Zähnen.

2002 - 272

Blätter oberseits wenig behaart, unterseits filzig bis kerbfilzig, länglich - lanzettlich, am breitesten nahe der Mitte, runzelig - kraus, am Rande sehr unregelmäßig und tief ausgezackt, sitzend.

2002 - 263

Mentha longifolia (L.) Huds. var. asiatica (Boriss.) K. H. Rechinger

Blätter länglich - lanzettlich, gestielt, beiderseits samtig, grau behaart, am breitesten nahe der Mitte, fiedernervig.

2002 - 267

Mentha longifolia (L.) Huds.  Wildsammlung Türkei

2002 - 53

Mentha longifolia (L.) Huds. f. foliis variegata
Bei einigen Arten treten Blattverfärbungen, wie in diesen Fällen, durch Viruserkrankung auf.
Als Zusatz zu ihren  botanischen Namen erhalten sie ein variegata, oder  f. variegata, manchmal auch einen Fantasienamen.

Blätter ziemlich dicht behaart, länglich - lanzettlich, am breitesten nahe der Mitte, weiß - gelblich gefleckt, sitzend oder kurz gestielt.


2006 - 49


Mentha longifolia x suaveolens

Mentha spicata L. ssp. glabrata (Lej. & Courtois) Lebeau     Europäische Form   Grüne Minze, Ährenminze
Die Blattform, Blätter länglich - lanzettlich, fiedernervig, am breitesten nahe der Basis, erlaubt die Annahme dass diese Form näher Mentha longifolia steht.
Bedingt durch die vielen Kreuzungen und Rückkreuzungen ist Mentha spicata oft sehr schwer von den Hybriden die sie mit anderen Minzen bildet zu unterscheiden. Allen gemeinsam ist der typische Geruch nach Carvon (Kaugummi), es gibt aber auch Menthol und Menthon - Typen (selten).
Die Ähren - und Blattform variiert bedingt durch die verschiedenen Herkünfte und sicherlich auch durch die nicht nachvollziehbaren Kreuzungen und Rückkreuzungen.

Blätter und Stängel kahl. Blätter nur an der primären Nervatur und Stängel nur an den Kanten kurz behaart. Blätter länglich - lanzettlich, am breitesten nahe der Basis, sitzend oder die unteren ganz kurz gestielt. Serratur spitz, scharf, nach vorwärts gerichtet, nicht rechtwinkelig abstehend, am breitesten im untersten Drittel. Stängel aufrecht, einfach oder ästig. Scheinähre häufig unterbrochen, spitz zulaufend.

2005 - 9 / 2002 - 100 Wildsammlung Türkei

2002 - 98



2002 - 107


Formen die  näher bei Mentha longifolia einzuordnen sind.

2005 - 9

2002 - 98

2002 - 97

2002 -164


Formen die  näher bei Mentha suaveolens einzuordnen sind.

2002 - 198

2004 - 1

2002 - 198

2002 - 191


Mentha spicata L.   Marokkanische Form   Mediterrane Form Marokkanische Minze
Die Blattform, Blätter eiförmig - länglich, netznervig, (mit unebener Oberfläche infolge des eingesenkten Nervennetzes),
erlaubt die Annahme dass diese Form unter Bedingungen, die Mentha suaveolens  - Merkmale bevorzugten, hervorging.

Pflanze fertil. Blattspitze spitz. Einfache, kurze, vereinzelt geteilte Haare auf den Adern der Blattunterseite, kahl an der Oberseite.

2006 - 44


2002 - 190 Tunesien

Mentha spicata L. var. crispata (Schrad.) Beck  grünstämmige Krause Minze

Blätter am Rande tief eingeschnitten und gekräuselt, sitzend, breit eirund bis eiförmig - länglich.

2002 - 37

2005 - 10

Mentha spicata L. var. crispata (Schrad.) Beck  rotstämmige Krause Minze

2002 - 264

2006 - 1


Mentha longifolia x suaveolens - die Mentha longifolia genäherte Form

Mentha microphylla C. Koch
Eine der M. spicata in der Entstehung ähnliche Art. Es scheint möglich dass M. microphylla durch eine Kreuzung von M. longifolia mit M. suaveolens entstanden ist, aber es ist unsicher, ob sie von der auf die gleichen Weise entstandenen M. spicata abstammt oder ob sie "de novo" entstanden ist.

Ähnlich M. longifolia,
Blätter 10 - 45 mm lang, breit eiförmig bis lanzettlich, am breitesten unterhalb der Mitte, sehr rau, filzig, grau oder graugrün an beiden Flächen, meist wenig ausgeprägte Sägezähne, fiedernervig, am Rande gewellt, nur einfache Haare an der Ober und Unterseite der Blätter.

2006 - 54 Wildsammlung Albanien

2003 - 105 Wildsammlung Umbrien


Mentha longifolia x suaveolens - die Mentha suaveolens genäherte Form

Mentha microphylla C. Koch

Blätter 10 - 45 mm lang, breit eiförmig bis lanzettlich, am breitesten unterhalb der Mitte, sehr rau,
filzig, grau oder graugrün an beiden Flächen, meist wenig ausgeprägte Sägezähne, netznervig, am Rande gewellt,
wenige geteilte Haare auf der Blattunterseite.

2006 - 52 /  Wildsammlung Albanien

2002 - 52


2006 - 53 Wildsammlung Albanien


Die Vertreter der Artengruppe verticillata

der innere Kreis der Blütenhülle deutlich behaart



 



 

Mentha arvensis L.
Acker - Minze, Bananen Minze

Stängel aufrecht oder aufsteigend, ringsum dicht behaart, einfach oder nach oben verzweigt. Blattstiele meist ziemlich kurz, dicht behaart.
Blätter dicht anliegend behaart, elliptisch bis elliptisch - lanzettlich an der Basis schmal zugeschweift oder keilig, nicht breit abgerundet oder fast herzförmig in den Blattstiel verschmälert. der innere Kreis der Blütenhülle deutlich behaart (Corolla). keine oberirdischen Ausläufer.

2002 - 22 St. Primus


2002 - 7


Wildsammlung Pettenbach
Blattform nach M. aquatica!

Blätter an der Basis ± breit zugerundet, nicht in den Blattstiel verschmälert, beiderseits meist dicht anliegend behaart.

2006 - 57



2002 - 25


mit deutlichem Bergamotte - oder Zitronengeruch.

2002 - 99


Mentha aquatica x arvensis

Mentha x verticillata L.  
Quirl - Minze

dürfte die verbreitetste Art der Artengruppe sein. Entsprechend ihrer Herkunft besiedelt sie sowohl trockene als auch nasse Standorte.
In allen Merkmalen zwischen denen der Eltern schwankend und oft nur schwer von ihnen abzugrenzen.
Vom Elternteil Mentha arvensis durch zahlreichere, längere, beblätterte, oberirdische Ausläufer verschieden.
Gewöhnlich steril, gelegentlich fertile Pflanzen sind das Resultat einer Rückkreuzung mit den Eltern.
Die rein achselständigen Scheinquirle mit entwickeltem, endständigem Laubblattschopf, sind mit einem Durchmesser von ca. 20 mm erheblich stärker als bei Mentha arvensis.
Oft verwechselt mit Mentha arvensis oder den haarigen Formen von Mentha x gracilis.

Stängel und Äste mit sterilen Blattbüscheln abgeschlossen.
       Blütenquirle ± von einander entfernt in den Winkeln der Stängelblätter oder die obersten genähert, keine Ähre bildend.
            der innere Kreis der Blütenhülle deutlich behaart (Corolla).
                   Blätter eiförmig - elliptisch ziemlich gleich groß, höchstens die blütenständigen etwas kleiner aber nicht deckblattartig.
                           oberirdischen Ausläufer.
                                 Pflanze behaart.
                                        Blätter am Stängel nach oben nicht deckblattartig

2002 - 25

























2006 - 33

                                        Blätter nach oben deckblattartig und die Scheinquirle stützend.

2005 - 16


der innere Kreis der Blütenhülle unbehaart
 

Mentha arvensis x spicata
Durch die vielen Kreuzungen und Rückkreuzungen ein fast unüberschaubarer Hybrid - Komplex mit einer Gemeinsamkeit, den innen kahlen Blütenkronen.

Mentha (x) canadensis L.
Japanische Minze, Chinesische Minze

Bei Mentha canadensis L handelt es sich um eine alte Verbindung Mentha arvensis x spicata, bislang als Varietät von Mentha arvensis (Mentha arvensis var. canadensis) beschrieben.
In neueren Veröffentlichungen als eigene Art vorgestellt, die auch die unter
Mentha arvensis L. subsp. haplocalyx Briq. var. piperascens Malinvaud,  Mentha arvensis L. subsp. haplocalyx Briq. var. glabrata [Gray] Holmes
geführten Minzen beinhaltet.
 

Zum besseren Verständnis lesen Sie bitte folgende Seite: Mentha - Arten mit Pfefferminzgeschmack


Blätter eiförmig - länglich bis lanzettlich, Kelch und Kelchstiel und Kelchzähne behaart, Blätter am Stängel aufwärts etwas kleiner, aber nicht deckblattartig werdend.

2002 - 42 / 2006 - 5

2002 - 283

2006 - 51


Mentha x gracilis Sole
Edel - Minze, Bauern - Minze, Kärntner Minze, Kasnudel Minze

Das äußere Erscheinungsbild dieser Art ist sehr variabel. Es gibt kahle genauso wie behaarte Formen.
Die Ausläufer sind meist oberirdisch. Je nach Standort bis zu 90cm hoch.
Oft mit Mentha arvensis verwechselt.
Gewöhnlich steril, gelegentlich fertile Pflanzen sind das Resultat einer Rückkreuzung mit den Eltern.
Ein Gartenflüchtling, das heißt, gelegentlich unbeständig verwildert.

obere Blätter ± gleich groß
 

2002-5

2006 - 6


obere Blätter wenig kleiner werdend

2006 - 9

2006 - 12

2006 - 8


obere Blätter kleiner werdend, rutenartig.

2002 - 8


Die krausen Formen M. arvensis x M. spicata

Blätter gekraust - geschlitzt gesägt, kurz (1 - 4mm) gestielt, blasig aufgeworfen zwischen den Blattadern (aus einer alten Verbindung mit M. suaveolens).
Stängel und Äste mit sterilen Blattbüscheln abgeschlossen. Blütenquirle ± von einander entfernt in den Winkeln der Stängelblätter.
Wenige einfache Haare an der Blattoberseite, reichlich einfache, relativ lange, an der Blattunterseite. Scheinquirle fast sitzend ( 1mm).
Kelch und Kelchzipfel behaart, Krone lila, Kronröhre innen ohne Haarring. Stängel behaart, einfache Haare, Kanten rötlich.



Blätter gekraust - geschlitzt gesägt, kurz (1 - 4mm) gestielt, blasig aufgeworfen zwischen den Blattadern (aus einer alten Verbindung mit M. suaveolens).
Stängel und Äste mit sterilen Blattbüscheln abgeschlossen, Blütenquirle ± von einander entfernt in den Winkeln der Stängelblätter. Blätter oberseits kahl, unterseits vor allem an den Nerven behaart. Blumenkrone außen und innen kahl, Kelch röhrenförmig. Kelchzähne länger als breit, bewimpert.
Stängel und Blütenstiele kahl, Cymenstiele grün, lang, wenige Haare. Blattstiele behaart

2006 - 47


Die buntblättrige Form M. arvensis x M. spicata

Mentha x gracilis f. variegata Sole
Mentha gentilis f. variegata, Ingwer Minze, gingermint,

Heinrich Braun, Über einige Arten und Formen der Gattung Mentha,
in Verhandlungen der kaiserlich - königlichen zoologisch - botanischen Gesellschaft in Wien.(1890)

Mentha variegata Sole, Menthae Brit. Tab. 19 (1798), Mentha gentilis
g variegata Smith Fl. Brit., p. 621 (1804)
Mentha elegans Lejeune, Revue de la Flore des environs de Spa, Seite 117 (1824)

Blätter oval - lanzettlich oder oval - elliptisch, spitz, beiderseits verschmälert, spitz gesägt, gelb gefleckt, beiderseits zerstreut behaart, 3 - 5 cm lang, 1 - (2) - 2,5 cm breit. Stängel einfach oder vielfach verzweigt, vereinzelt Haare. Scheinquirle sitzend. Blütenstiele kahl. Cymenstiele oft sehr stark entwickelt, manchmal aber verkürzt. Kelch am Grund kahl, nach oben etwas behaart, glockig - röhrenförmig. Kelchzähne dreieckig - spitz bis pfriemlich, behaart, kein Haarring.




Mentha arvensis x longifolia

Mentha x dalmatica Tausch  
Dalmatiner Minze

ein seltener, rarer, steriler Hybrid der sich gelegentlich im Umfeld der Eltern entwickelt.
Wird oft mit den haarigen Formen von Mentha x gracilis verwechselt.
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist das schlanke Erscheinungsbild dieser Pflanze.

Stängel aufrecht oder aufsteigend, 30 - 60 cm hoch, rundum dicht behaart, einfach oder verzweigt.
Blätter sehr kurz, aber deutlich gestielt, lanzettlich oder oval - lanzettlich, beiderseits dicht behaart.
Blätter nach oben am Stängel kleiner werdend, in Deckblätter übergehend oder alle ziemlich gleich groß.
Blütenkrone innen kahl
Blütenstiele alle deutlich behaart bis wollig.


Die Vertreter der Artengruppe capitata


Mentha aquatica L.  
Wasserminze

Eine weit verbreitete Art, mit regionalen Lücken. Eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale für die Vertreter der Mentha aquatica  - Sippe ist der Blütenstand.
Die Ausläufer sind, wenn oberirdisch, beblättert. Wächst an und in sehr verschiedenartigen, jedoch stets kalkreichen Gewässern, dementsprechend ist die Ausläuferbildung und die Behaarung sehr unterschiedlich.

Pflanze fertil. Stängel und Äste durch ± kopfige Blütenquirle abgeschlossen, Blütenquirle in den Blattachseln fehlend oder nur ein bis zwei. Blätter gestielt.
der innere Kreis der Blütenhülle deutlich behaart (Corolla)

Unterseite der Blätter dicht behaart, einfache Haare, an der Oberseite kurze einfache Haare.

2002 - 64

2003 - 113 / Wildsammlung Cornwall GB

2002 - 66 / Wildstandort Kiesen Schweiz


2005-32  Brandenburg

2002 - 67


Mentha aquatica L.

Wildsammlung Türkei

Unterseite der Blätter vor allem auf den Nerven behaart, einfache Haare, an der Oberseite kurze einfache Haare. Blattrand bewimpert.


Mentha aquatica L.
aus einem Hausgarten in Pola, aus dem Mandeltal / Belgien, Sammlung St. Miguel / Azoren

Blätter kahl oder nur an den Hauptnerven kurzflaumig. Kelche und Blütenstiele kahl


Hausgarten Pola

Mandeltal / Belgien

Wildsammlung St. Miguel / Azoren


Mentha aquatica x spicata

Mentha aquatica L. var. citrata   
Mentha x piperita var. citrata, Mentha citrata, Bergamotteminze, Eau de Cologne Minze, Orangenminze, Zitronenminze, Limonen Minze, lemon mint

Große Teile der Fachwissenschaft sind der Ansicht dass die unter Mentha piperita var. citrata geführten Minzen auf Grund der für Mentha aquatica typischen Merkmale, der ovalen Blattgestalt und des köpfchenförmigen Blütenstandes, besser bei Mentha aquatica einzuordnen seien.

Pflanze steril, ganze Pflanze ± kahl, mit Bergamotteduft. Haarring innen vorhanden, verkümmert bzw. sehr kurze Haare

2002 - 80   2006 - 26





2002 - 75


Kelche innen ohne Haarring, Kelch, Kelchzähne und Kelchstiele glatt, Kelchzähne lang. Die unteren 2 Scheinquirle in den Achseln von verkleinerten Laubblättern,
die oberen in den Achseln von Hochblättern. Blätter deutlich (5mm) gestielt, auf den Nerven vereinzelt Haare. Stängel im unteren Bereich glatt, im oberen Bereich leicht behaart.

2005 - 24


Mentha x piperita L. f. rubescens Camus
Mentha x piperita L. var. vulgaris, Mitcham - Typ, schwarze Pfefferminze, "Agnes","Eichenau", "Persephone", "Pluto"..... Schokoladen Minze

Viele, in neuerer Zeit  durchgeführten Züchtungsversuche haben die interessante Tatsache ergeben, dass Geruch und Geschmack der Pfefferminzpflanzen feiner werden, je mehr Anteile von Mentha aquatica in ihnen vorhanden sind.
Gewöhnlich steril, gelegentlich aber mit wenigen lebensfähigen Samen. Die aus diesen entstehenden Pflanzen spalten sich in die Ausgangsarten auf (Rückkreuzungen).

Blätter  eiförmig - lanzettlich oder lanzettlich, selten eiförmig, lang gestielt, gesägt. Pflanze kahl oder fast kahl
30 - 90 cm Wuchshöhe, süßlicher Geruch, gewöhnlich kahl, aber gelegentlich behaart bis graufilzig, oft rötlich angelaufen.
Blätter: eiförmig - lanzettlich oder lanzettlich, selten eiförmig, lang gestielt, gewöhnlich gesägt. Zahlreiche eng gedrängte Wirtel formen eine endständige längliche Ähre die oft im unteren Teil unterbrochen ist. Selten bildet sich eine schmale lang gezogene Ähre oder ein rundliches Köpfchen.

2005 - 44


2006 - 7



Mentha x piperita L. var. officinalis Sole f. pallescens Camus 

Pfälzer Pfefferminz- Typ, weiße Pfefferminze, weiße Minze, Schweizerminze.

Mentha x piperita L. var. officinalis f. pallescens wird durch ihr Aussehen oft mit Mentha spicata verwechselt.
Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Die Blätter von Mentha x piperita sind gestielt.




Mentha x piperita L. var. crispula Wende.  nicht  Mentha aquatica L. var. crispa Benth.

Heinrich Braun, Über einige Arten und Formen der Gattung Mentha
,
in Verhandlungen der kaiserlich - königlichen zoologisch - botanischen Gesellschaft in Wien.(1890)

Blätter am Rande geschlitzt - gekraust eingeschnitten gesägt, ziemlich kahl, nur die Blattsstiele hie und da behaart.
Die Nerven der Blätter manchmal mit einigen Härchen bekleidet, Kelchzähne bewimpert.
Blätter breit elliptisch - lanzettlich oder breit elliptisch, alle gestielt. Scheinähre stumpf, kurz oder ± verlängert.

Mentha x piperita var. crispula unterscheidet sich von Mentha spicata var. crispata durch einen relativ gedrungenen aber doch länglichen Blütenstand.  
Das Fehlen des typischen Pfefferminzgeruches lässt Zweifel an der Zugehörigkeit zu Mentha x piperita aufkommen, aber nach HARLEY & BRIGHTON sollen die Elternteile des Hybriden, nämlich Mentha spicata und Mentha aquatica "mischerbig" sein.
Nur der Nachkomme der die Menthon - Geruch  erbt, besitzt demnach auch den charakteristischen Pfefferminzgeruch.

Die Zuordnung zu Mentha aquatica ist aus verschiedenen Gründen nicht angebracht, es fehlen dieser Pflanze die für Mentha aquatica typischen Merkmale der ovalen Blattgestalt und des köpfchenförmigen Blütenstandes.

Pflanze kahl oder fast kahl. Blätter rundlich - herzförmig, mit unebener Oberfläche infolge des eingesenkten Nervennetzes.

2002 - 38


Mentha x piperita L. f. foliis variegata

Blätter weiß - gelblich gefleckt, Pflanze kahl oder fast kahl.


Mentha aquatica x suaveolens - Die Mentha aquatica genäherte Form

Mentha x maximilianea F. W. Schultz

Stängel und Äste durch eine gestauchte ährenförmige Folge von Scheinquirlen abgeschlossen.
Nerven verzweigen sich und erzeugen ein Netzmuster.
Blattstiel vorhanden, Kronröhre innen mit undeutlichem Haarring (2 - 4 Haare), Haare einfach.

2002 - 161



2002 - 179


Mentha aquatica x longifolia

Mentha x dumetorum Schult.
 Wildsammlung Kremsmünster 

Scheinquirle zu endständigen kopfig - ährigen Scheinähren und zumeist zwei blattwinkelständigen gestielten Quirlen vereinigt.
Alle Blätter deutlich gestielt, eiförmig - länglich, spitz oder zugespitzt, scharf und spitz gesägt, beiderseits anliegend kurzhaarig. Ausläufer oberirdisch.
Kelch innen mit Haarring.

2002 - 20


Mentha aquatica x arvensis

Mentha x paludosa Sole


Blätter eiförmig - elliptisch, die blütenständigen kleiner, deckblattartig, deutlich gestielt (12mm),
Blattoberseite wenige einfache, Blattunterseite fast nur auf den Nerven, einfache Haare.
Stängel, Kelchstiel, Kelch und Kelchzähne behaart.
Stängel und Äste durch eine gedrängte, kopfige Folge von Scheinquirlen abgeschlossen, vier bis viele Scheinquirle in den Blattachseln.

Kelch innen ohne Haarring.

2002 - 16



2005 - 12


Kelch innen mit Haarring

2006 - 33



2006 - 56


Mentha pulegium L. f. repens
Mentha pulegium L. var. decumbens 
kriechende Polei - Minze, European pennyroyal, menthe pouliot,  pouliot, Poleiminze, poejo, poleo

Verwechslungsmöglichkeit besteht mit Kümmerformen der Artengruppe verticillata, jedoch sind diese durch die deutlich gezähnten Blätter verschieden.

Blätter bis 3 cm lang, oval bis länglich, ganzrandig oder nur schwach gezähnt. Von einem Zentrum gehen mehrere, nieder liegende, bis 40 cm lange Triebe aus.
Blätter bis 1 cm lang gestielt, kahl oder nur schwach behaart, mit je 1 - 5 Seitennerven auf jeder Seite. Stängel zur Blüte aufsteigend, einfach oder vielfach verzweigt, am Grunde meist wurzelnd. Kugelige, ziemlich lockere, stets blattachselständige  bis zu 15 übereinander stehende Scheinquirle.



Mentha pulegium L. f. erecta     
Aufrechte Polei - Minze

Von einem Zentrum gehen mehrere aufsteigende, bis 40 cm lange Triebe aus.
Die sitzenden oder kurz gestielten Blätter sind elliptisch bis schmal -  eiförmig – elliptisch, ganzrandig oder wenig gezähnt.
Kugelige, ziemlich lockere, stets blattachselständige bis zu 15 übereinander stehende Scheinquirle, die ganze Pflanze ist mehr oder weniger behaart.
An den kleinen Blättern ist die Art auch im nicht blühenden Zustand gut zu erkennen.




Mentha requienii Benth.
korsische Minze

Blätter bis 0,5 cm lang, eiförmig bis eiförmig - länglich, ganzrandig, gestielt, kahl. Eine auf Korsika und Sardinien endemische Art.



Mentha cervina L.
Nadelminze, Hirsch - Münze, schmalblätteriger oder Hirschpoley.

Mit Mentha nahe verwandt ist Preslia cervina (L.) Fres. (= Mentha cervina L.)
Von Mentha  durch die linearen, fast ganzrandigen Laubblätter und nur 4 statt 5 am Rücken begrannten Kelchzähne verschieden. Scheinquirle blattachselständig.


Mentha gattefossei Maire
Blätter ungestielt, verkehrt - eilanzettlich, fast geradlinig. Scheinquirle blattachselständig. Eine in Marokko vorkommende endemische Art.