Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale


Bestimmungshilfe der Gattung Mentha

 


Blatt sitzend oder gestielt
gestielt:
Mentha arvensis,
Mentha aquatica, Mentha x piperita

Alle Vertreter der Gattung Mentha bei deren Entwicklung Mentha arvensis bzw. Mentha aquatica eine entscheidende Rolle gespielt haben.



ganz kurz gestielt:
Mentha longifolia, Mentha suaveolens,




sitzend
Mentha longifolia, Mentha suaveolens,
Mentha x rotundifolia, Mentha x villosa





Mentha aquatica und Mentha arvensis besitzen eine deutliche Behaarung des Schlundes (Übergang von der Röhre zum Saum) auf.

Dieses Merkmal fehlt bei allen Minzen aus der Verbindung
Mentha arvensis x Mentha spicata.




Behaarung
Einfache Haare: Mentha arvensis,
Mentha aquatica, Mentha longifolia,
Mentha spicata
Bei allen Arten gibt es gibt es spärlich bis sehr dicht behaarte Varietäten.



Verzweigte Haare: Mentha suaveolens.

Das Vorkommen von verzweigten Haaren an der Unterseite der Blätter weist auf eine Beteiligung von Mentha suaveolens bei der Entstehung der Minze hin.


Bevor Sie sich in die Welt der Minzen stürzen machen Sie sich mit einigen grundlegenden Begriffen und Merkmalen vertraut.

Von den weltweit rund 20 Arten, sie sind vorwiegend auf der Nordhalbkugel der Alten Welt beheimatet, wurden ca. 2500 Namen publiziert.

Die vermehrt durch Menschen hervorgebrachten Minze - Bastarde werden und wurden über die ganze Welt verbreitet und kreuzen sich in Natur und Kultur weiter.
Europäische Minzen egal ob wild wachsend oder aus Kultur entziehen sich oft hartnäckig einer botanischen Artbestimmung.
Dies hat mit Ihrer Biologie und Evolution zu tun. (Dr. phil. Richard Bolli phytotherapie Nr. 5, 2003)

Die im älteren Schrifttum gebrauchten botanischen Namensnennungen für verschiedene Formen und Arten sind nicht immer eindeutig,
so dass auch die deutschen Namensnennungen oft nicht bestimmt eingeordnet werden können.

Viele deutsche Bezeichnungen von Minzen, oft durch "geschäftstüchtige Gärtner" zur Erweiterung ihres Angebotes kreiert,
entbehren jeder botanischen Grundlage.

Ausgehend von den bei uns heimischen Minzen

Mentha aquatica L. -  Wasserminze
Mentha arvensis L. - Ackerminze
Mentha longifolia (L.) Huds. - Langblättrige Minze - Rossminze
Mentha (x) spicata L. - Ährenminze - Grüne Minze
(gilt als Kreuzung zwischen Mentha longifolia und Mentha suaveolens)
Mentha suaveolens Ehrh. -  Wohlriechende Minze - Rundblättrige Minze

haben sich in dem sehr weiten Verbreitungsgebiet durch die Überlappung der natürlichen Areale zahlreiche Hybriden entwickelt.
Diese stehen meist nicht genau zwischen den Eltern und sind oft schwer zuzuordnen.

Zur leichteren Unterscheidung der Gattung Mentha wird diese in Artengruppen eingeteilt.

Artengruppe capitata (köpfchenförmig)
Artengruppe spicata (ährenförmig)
Artengruppe verticillata (quirlförmig)

Nicht zu diesen Artengruppen gehören

Mentha pulegium L.
Mentha pulegium l. f. repens         Kriechende Poleiminze
Mentha pulegium L. var. erecta   Aufrechte Poleiminze

Mentha cervina L.
Mentha requienii BENTH.
Mentha gattefossei MAIRE


Krausblättrigkeit bei Minzen

Kelche im Vergleich


Minze
- Arten mit Pfefferminzgeschmack

Als "Minze - Arten mit Pfefferminzgeschmack" gelten folgende Arten:

1. Mentha x piperita L.,
die in den drei botanischen Formen var. officinalis, var. vulgaris und var. silvestris

und den beiden Kulturformen f. rubescens Camus (schwarze Pfefferminze) und  f. pallescens Camus (weiße Pfefferminze) vorkommt.

2. Mentha x canadensis L.
insbesondere die zu dieser Art zugeordneten Varietäten

var. piperascens Holmes, die ebenfalls mehrere Varianten mit verschiedenem Mentholgehalt aufweist und vor allem in Japan und Brasilien angebaut wird.
 var. glabrata Holmes, die in China heimisch ist und das chinesische Pfefferminzöl liefert.

Pfefferminztee aus Blätter derselben Pflanze schmeckt nicht immer gleich.

Je nach Tageszeit, Witterung und abhängig davon ob die Blätter der Triebspitzen oder die tiefer gelegener Abschnitte verwendet werden, angewelkt oder getrocknet sind,
schmeckt der Tee fruchtig aromatisch, minzig oder wie ein Heuaufguss.

Gut zu beobachten ist dies bei Mentha aquatica L. f. citrata (Mentha citrata Ehrh., Mentha x piperita var. citrata), die sehr stark und rasch auf Umwelteinflüsse  reagiert.

Jede Mentha - Art erzeugt ein artcharakteristisches Öl.

Bedingt durch die vielen unterschiedlichen Standorte kommt es innerhalb der Art zur Bildung von verschiedenen Ölzusammensetzungen.
Die Umweltbedingungen unter denen die Pflanzen aufwachsen beeinflussen ganz erheblich die Bildung der ätherischen Öle.

Konservieren von Minze:
 
Trocknen:
Das Trocknen von Minze erfolgt immer an einem schattigen Ort, so bleiben die natürlichen Farben und ein Großteil der Öle erhalten.
Um festzustellen, ob eine Minze vollständig trocken ist, zerreibe man eine wenig zwischen den Fingern. Wenn die Blätter zerbröckeln und die Stängel zerbrechen ist die Pflanze genügend getrocknet. Am idealsten ist es wenn man die Minze auf einem Tuch auslegt. Falls sie nur geringe Mengen an Minze zum Trocknen haben, können sie diese auch zu kleinen, lockeren Sträußchen binden und an einem schattigen, trockenen und gut belüfteten Ort aufhängen. Die Mikrowelle eignet sich nicht zum Trocknen von Minze.


Tiefkühlen:
Wenn Sie die Kräuter nicht trocknen wollen, geben Sie sie in die bekannten Säckchen, die immer Platz in der Tiefkühltruhe finden. Vorher nicht waschen. In gefrorenem Zustand weiterverarbeiten.

Pestosauce:
Die Pestosauce kann als Konservierungsmethode für Minze angewendet werden.

Sortenschutz

haben im Verhältnis zum angebotenen Sortiment ganz wenige Minzen.
Alle freien Sorten kann jeder nach Belieben umbenennen. In Fachkreisen ein sehr beliebtes Spiel um sein Sortiment zu erweitern.

Kultivierung von Minzen

 Minzen bilden ober-  oder unterirdische Ausläufer ( Stolonen).

Die Vermehrung der Gattung Mentha erfolgt über Kopfstecklinge oder durch Teilung über Stolonen.
Mentha aquatica, Mentha longifolia und Mentha suaveolens , so es sich um "reine Arten" handelt, können auch aus Samen vermehrt werden.

Die meisten angebotenen und in unseren Gärten vorhandenen Minzen sind sterile Hybride (Bastarde). Sie blühen, bilden aber keine keimfähigen Samen aus.
Minzen aus der Gruppe um Mentha x rotundifolia (L.) Hudson  Bastard - Rossminze sind fertile Bastarde.
Sie bilden keimfähige Samen, sollten aber nicht über diese vermehrt werden.

Die im Handel angebotenen Pfefferminz - Samen stammen aus dem Umfeld dieser Art und haben mit Pfefferminze - Mentha x piperita nichts zu tun.
Mentha x piperita ist ein steriler Hybrid.